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Befragung der Beschäftigten an bremischen Schulen zum Thema Arbeitszeit und Teilzeit

Im Dezember 2023 hat der Personalrat Schulen Bremen die Beschäftigten an stadtbremischen Schulen, den Förderzentren und den ReBUZ zum Schwerpunkt Teilzeit befragt.

Seit Jahren verhandeln die Interessenvertretungen mit der Bildungsbehörde über Regelungen zur Teilzeit, aber auch zu Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir sehen hier erheblichen Verbesserungsbedarf.

Unsere Zielvorstellung ist, die Arbeitsbedingungen und die Regelungen zur Arbeits- und Teilzeit so zu gestalten, dass es Kolleg:innen möglich ist, ihre Arbeitszeit aufzustocken oder gar nicht erst in Teilzeit zu gehen. Vollzeittätigkeit sollte auch in der Schule ohne dauerhafte Überlastung leistbar sein. Nicht unterrichtende Kolleg:innen sollen die Möglichkeit erhalten in Vollzeit zu arbeiten und damit ein auskömmliches Gehalt zu bekommen – das ist derzeit vielfach nicht gegeben. Klarstellen wollen wir an dieser Stelle aber, dass wir eine zwangsweise Aufstockung, oder die Ablehnung von Teilzeitanträgen grundsätzlich zurückweisen.

Wir haben der senatorischen Behörde zuletzt 2023 eine gemeinsame Befragung vorgeschlagen, um eine Vorstellung von den Problemlagen und Bedürfnissen der Beschäftigten zu bekommen, die dann als Datengrundlage für Veränderungspotentiale dienen könnte.
Da es aus der Bildungsbehörde keine Rückmeldung auf unseren Vorschlag gab, haben wir beschlossen uns selbst ein Bild zu machen um dann gezielter in erneute Verhandlungen einzusteigen.

Fokus und Struktur der Befragung

Wir wollten im Wesentlichen erfahren, was die Gründe für Teilzeitbeschäftigung sind, wie gut die Informationen sind, die Beschäftigte über die Folgen der Teilzeitbeschäftigung haben und woher diese Informationen stammen.

Des Weiteren hat uns interessiert, ob es Bedingungen gibt, unter denen die in Teilzeit Arbeitenden sich vorstellen könnten, ihre Arbeitszeit wieder aufzustocken und welche Veränderungen dafür notwendig wären.

Wir haben zwei verschiedene Gruppen befragt. Zum einen die Lehrkräfte, also Lehrerinnen und Lehrer sowie Lehrkräfte für Fachpraxis. Zum anderen das nicht unterrichtende Personal, zu denen Verwaltungskräfte und alle, die pädagogisch oder anders tätig sind, aber keine Lehrkräfte sind, gehören.

Die Resonanz war erfreulich hoch. Immerhin knapp 4000 Personen haben die Umfrage aufgerufen, etwa 3250 haben den Fragebogen abschließend ausgefüllt.

Die Umfrage erfüllt nicht den Anspruch von Wissenschaftlichkeit. Da wir auf technische und personelle Unterstützung durch die senatorische Behörde verzichten mussten, haben wir das Umfragewerkzeug der Lernplattform itslearning verwendet, zu dem alle Kolleg:innen niedrigschwellig Zugang haben. Anders als in extra dafür ausgelegten Programmen war die Verknüpfung einzelner Fragestellungen leider nur händisch möglich und die Auswertung hat daher einige Zeit in Anspruch genommen.

Der Zugang zur Befragung erfolgte über einen per Mail an die Beschäftigten verschickten Link sowie über einen in der Personalversammlung am 13.12.23 verfügbaren QR-Code. Trotz der dargestellten Schwierigkeiten halten wir die Ergebnisse durchaus für bemerkenswert und aussagekräftig.

Hier geht´s zu den Ergebnissen der Lehrkräfte
Hier geht´s zu den Ergebnissen der nicht unterrichtenden Kolleg:innen
Hier geht es zum Gesamtbericht als PDF (pdf, 3 MB)

Befragung der Lehrkräfte

Teilgenommen haben 2585 Personen. Das Verhältnis von Frauen zu Männern unter den Teilnehmenden betrug etwa drei zu eins.

Von den Befragten gaben 1408 an, in Teilzeit zu arbeiten, 1097 in Vollzeit.

Wesentliche Ergebnisse bei den Lehrkräften

  • Neben Kinderbetreuung (37 Prozent) ist Überlastung (34 Prozent) ein wesentlicher Grund für eine Teilzeitbeschäftigung.
  • Über 300 Lehrkräfte in Teilzeit, haben ihre Arbeitszeit im Anschluss noch weiter reduziert, z. B. weil sich familiäre und schulische Belange nicht ausreichend in Einklang bringen ließen.
  • Ein erheblicher Anteil der Befragten sagte, sie könnten sich vorstellen, ihre Arbeitszeit unter bestimmten Bedingungen wieder aufzustocken. So sagten z. B. 64 Prozent, sie könnten sich eine Aufstockung vorstellen, wenn sie von außerunterrichtlichen Aufgaben entlastet werden.
  • Nur 14 Prozent geben an, sich eine Aufstockung überhaupt nicht vorstellen zu können.
  • Viele Lehrkräfte sind nur unzureichend über die Auswirkungen der Teilzeitbeschäftigung auf Rente bzw. Pension informiert. Etwa ein Drittel der Befragten wusste vorher nicht, wie sich die Stundenreduzierung auf ihr Einkommen auswirkt.
  • Nahezu zwei Drittel der Befragten wurden nicht über ihre Rechte in Teilzeit informiert.
  • Ein Drittel hat sich die Informationen zur Teilzeit selbst beschafft. Ansonsten gab es nur wenige, die Informationen z. B. von den Interessenvertretungen oder ihren Schulleitungen erhalten haben. Behördliche Informationen gab es kaum.
  • 330 Kolleg:innen beabsichtigen in nächster Zeit einen Teilzeitantrag zu stellen.
  • Von den Vollzeitbeschäftigten sagen mehr als 65 Prozent, Überlastung wäre für sie ein Grund, zukünftig einen Teilzeitantrag zu stellen. Für ca. 50 Prozent wäre der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit ein Grund. Weitere häufig genannte Gründe sind Kinderbetreuung, gesundheitliche Gründe sowie schwierige Arbeitsbedingungen.
  • Die Gründe für eine schon bestehende Teilzeitbeschäftigung und eine in der Zukunft mögliche sind ähnlich, auch wenn im Einzelfall prozentuale Werte abweichen.

Aus der Verknüpfung verschiedener Fragestellungen haben sich außerdem weitere Zusammenhänge bei den befragten Lehrkräften gezeigt

Zusammenhang mit der Schulform

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Befragten in den verschiedenen Schulformen stark differiert. Es gaben 803 Personen an, in der Grundschule zu arbeiten, aber z. B. nur 8 an einem ReBUZ und 88 an einem Förderzentrum. Die Prozentwerte sind bei den kleinen Personengruppen also vielleicht nicht repräsentativ für die ganze Gruppe. Genaue Zahlen sind den Grafiken im Gesamtbericht (pdf, 3 MB) zu entnehmen.

  • Überdurchschnittlich häufig war Überlastung für Lehrkräfte an Gymnasien (44 Prozent), gefolgt von Kolleg:innen an Grundschulen (38 Prozent) ein Grund für die Teilzeitbeschäftigung. Von den berufsbildenden Lehrkräften wird Überlastung (28 Prozent) etwas weniger oft als Grund angegeben, aber auch hier ist er nach Kinderbetreuung der häufigste.
  • Gesundheitliche Gründe für die Teilzeitbeschäftigung werden besonders häufig von Kolleg:innen an den Förderzentren (20 Prozent) und an Gymnasien (19 Prozent) genannt.
  • Auch der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit ist bei den FÖZ (45 Prozent) und den Gymnasien (34 Prozent) stärker ausgeprägt als der Durchschnitt von 28 Prozent.
  • Bezogen auf die Voraussetzungen für eine Aufstockung der Arbeitsstunden, fallen die Angaben der Lehrkräfte an Gymnasien an mehreren Stellen auf. Diese Kolleg:innen sagen überdurchschnittlich oft, dass eine Entlastung von außerunterrichtlichen Aufgaben (52 Prozent), eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen (51 Prozent), die Berücksichtigung eigener Bedürfnisse bei der Stundenplanung (43 Prozent), verlässliche/r arbeitsfreier Tag / arbeitsfreie Tage (39 Prozent) sowie eine Entlastung durch Einsatzplanung (37 Prozent) Voraussetzungen wären, unter denen sie sich vorstellen könnten ihre Arbeitszeit wieder aufzustocken.

Geschlechtsspezifische Zusammenhänge

Da die Anzahl der Personen, die divers als Geschlecht angegeben haben, sehr gering ist, sind die Antworten nicht unbedingt repräsentativ und werden im Text nicht explizit genannt. Genaue Zahlen können aber den Grafiken im Gesamtbericht (pdf, 3 MB) entnommen werden.

  • Schaut man auf geschlechtsspezifische Gründe für eine bestehende Teilzeitbeschäftigung, so nennen 43 Prozent der Frauen, aber nur 20 Prozent der Männer Kinderbetreuung als Grund.
  • Auch wenn der absolute Wert mit 6 Prozent eher gering ist, fällt auf, dass Frauen doppelt so häufig wie Männer die Betreuung bzw. Pflege von Angehörigen als Grund für eine Teilzeitbeschäftigung angeben.
  • Überlastung wird von Frauen (37 Prozent) signifikant häufiger als Grund genannt als von Männern (26 Prozent), auch wenn beide Werte für sich genommen hoch sind.
  • Schwierige Arbeitsbedingungen stellen ebenfalls für Frauen (15 Prozent) öfter einen Grund dar als dies bei Männern (11 Prozent) der Fall ist.

Zusammenhang mit dem Lebensalter

  • Erwartungsgemäß stellt Kinderbetreuung bei den Lehrkräften der Gruppen bis 55 Jahre, am stärksten in der Gruppe von 36 bis 45 Jahren (55 Prozent), einen wesentlichen Grund für eine Teilzeitbeschäftigung dar. Pflege bzw. die Betreuung von Angehörigen ist eher für über 45jährige ein Grund.
  • Alle anderen Gründe für Teilzeitbeschäftigung zeigen eine mehr oder weniger deutliche Verknüpfung mit zunehmendem Alter. Erst in der Gruppe ab 61 Jahren lässt dieser Trend wieder nach.
  • In allen Altersgruppen wird Überlastung häufig, im Durschnitt mit 34 Prozent, als Grund für Teilzeitbeschäftigung angegeben. Bei den 46 bis 60jährigen sagen das 40 Prozent.
  • Auch schwierige Arbeitsbedingungen stellen für Lehrkräfte mit steigendem Alter einen Grund dar, in Teilzeit zu gehen. Geben das an der Gruppe der bis 35jährigen nur 8 Prozent an, so sagen das 24 Prozent der 56 bis 60jährigen.

Vollzeitbeschäftigte

Wir haben die Vollzeitbeschäftigten Lehrkräfte gefragt, was Gründe für sie wären, zukünftig einen Teilzeitantrag zu stellen und dies mit verschiedenen anderen Aspekten verknüpft.

  • Überlastung wird in allen Schulformen und den ReBUZ als wesentlicher Grund angegeben, womöglich zukünftig einen Teilzeitantrag zu stellen. Überdurchschnittlich oft sagen das Lehrkräfte an Gymnasien (38 Prozent) und an berufsbildenden Schulen (36 Prozent).
  • Besonders für Jüngere bis 35 Jahre wäre Überlastung ein Grund, zukünftig in Teilzeit zu gehen. Sie liegen mit 42 Prozent weit über dem Durschnitt von 31 Prozent aller Altersgruppen. Auch schwierige Arbeitsbedingungen (26 Prozent) nennen sie öfter als der Durchschnitt (21 Prozent). Der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit ist in dieser Altersgruppe mit 32 Prozent ebenfalls am deutlichsten ausgeprägt.
  • Ältere wiederum können sich gesundheitliche Gründe überdurchschnittlich häufig als Anlass für eine Teilzeitbeschäftigung vorstellen. Aber auch die Gruppe der unter 35jährigen sagt das mit 23 Prozent überdurchschnittlich oft.

Ergebnisse der nicht unterrichtenden Kolleg:innen

Teilgenommen haben 668 Personen. Das Verhältnis von Frauen zu Männern unter den Teilnehmenden betrug etwa vier zu eins.

Von den Befragten gaben 426 an, in Teilzeit zu arbeiten, 229 arbeiten in Vollzeit.

Wesentliche Ergebnisse bei nicht unterrichtenden Beschäftigten

  • Fast 140 Kolleg:innen gaben an, dass ihnen nur ein Teilzeitvertrag angeboten wurde.
  • Neben Kinderbetreuung sind der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit und Überlastung wesentliche Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung.
  • Ca. 160 Kolleg:innen gaben an, gerne Stunden aufstocken zu wollen.
  • Wesentliche Voraussetzungen für eine Aufstockung wären die Möglichkeit, dies an der eigenen Schule tun zu können, das sagen 160 der Teilzeitbeschäftigten, und verbesserte Arbeitsbedingungen, das gaben 177 Kolleg:innen an.
  • Fast 70 Kolleg:innen haben ihre Arbeitszeit im Lauf der Zeit noch weiter reduziert.
  • 80 Beschäftigte beabsichtigen in nächster Zeit in Teilzeit zu gehen.
  • Wesentliche Gründe für Vollzeitbeschäftigte, zukünftig einen Teilzeitantrag zu stellen, wären Überlastung, der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit und gesundheitliche Gründe.
  • Gut 50 Kolleg:innen haben neben der Tätigkeit in der Schule noch eine weitere bezahlte Beschäftigung. Ein Großteil von ihnen sagt zwar, dass sie an beiden Tätigkeiten interessiert sind, aber alle geben an, dass das Einkommen aus der schulischen Arbeit nicht ausreicht.
  • Die Kolleg:innen sind zu einem größeren Teil als die Lehrkräfte über die Auswirkungen der Teilzeitbeschäftigung auf ihre Rente informiert.
  • Aber über 70 Prozent der Befragten wurden nicht über ihre Rechte in Teilzeit informiert.
  • Mehr als ein Drittel hat sich die Informationen zur Teilzeit selbst beschafft. Ansonsten gab es nur wenige, die Informationen z. B. von den Interessenvertretungen, ihren Trägern oder den Schulleitungen erhalten haben. Behördliche Informationen gab es kaum.

[H2 Verknüpfungen einzelner Fragestellungen bei den nicht unterrichtenden Beschäftigten]
Hier haben sich weitere Zusammenhänge gezeigt, von denen einige hier beispielhaft genannt werden. Alle Grafiken hierzu können im Gesamtbericht (pdf, 3 MB) eingesehen werden.
Beim nicht unterrichtenden Personal haben wir mehr Fragen verknüpft als bei den Lehrkräften, da diese Gruppe bezüglich ihrer Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen viel heterogener ist und daher eine differenziertere Betrachtung notwendig erscheint.

Zusammenhang mit der Schulform

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Befragten in den verschiedenen Schulformen stark differiert. Es gaben 323 Personen an, in der Grundschule zu arbeiten, aber z. B. nur 15 an einem ReBUZ und 24 an einem Förderzentrum. Die Prozentwerte sind bei den kleinen Personengruppen also vielleicht nicht repräsentativ für die ganze Gruppe.

  • Überlastung ist für 20 Prozent der Beschäftigten an Grundschulen ein Grund in Teilzeit zu arbeiten. Damit liegen sie über dem Durchschnitt von 18 Prozent.
  • 14 Prozent der Kolleg:innen an Grundschulen gaben an, dass sie aus gesundheitlichen Gründen in Teilzeit arbeiten. Damit liegen sie ebenfalls über dem Durchschnitt von 10 Prozent.
  • Übertroffen werden diese Werte von denjenigen, denen nur ein Teilzeitvertrag angeboten wurde. Das sind in den Grundschulen 25 Prozent der Beschäftigten und in den Förderzentren sogar 54 Prozent.
  • Für Grundschulbeschäftigte wäre die Möglichkeit an der eigenen Schule Stunden aufzustocken besonders wichtig (84 Prozent), gefolgt von den Kolleg:innen an den Förderzentren (82 Prozent) und an Oberschulen (78 Prozent).
  • Bessere Arbeitsbedingungen wären für überdurchschnittlich viele Kolleg:innen an Gymnasien (82 Prozent), an berufsbildenden Schulen (61 Prozent) und an Förderzentren (55 Prozent) Voraussetzung für die Aufstockung ihrer Arbeitsstunden.
  • Die Berücksichtigung eigener Bedürfnisse bei der Einsatzplanung wurden von Beschäftigten an Förderzentren (64 Prozent) und an Grundschulen (48 Prozent) überdurchschnittlich oft als Voraussetzung für eine Stundenaufstockung genannt.
  • Dass die Arbeitszeit verlässlich eingehalten wird, geben besonders häufig Beschäftigte an Förderzentren (55 Prozent), an Gymnasien (45 Prozent) und an berufsbildenden Schulen (39 Prozent) als Voraussetzung für die Aufstockung ihrer Arbeitszeit an.

Zusammenhang mit der Tätigkeit

  • Überdurchschnittlich oft (26 Prozent) geben Erzieher:innen Überlastung als Grund für die Arbeit in Teilzeit an, gefolgt von anderen nicht unterrichtenden Pädagog:innen1 (20 Prozent).
  • Der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit wird von Sozialpädagog:innen mit 33 Prozent besonders oft angegeben, gefolgt von Verwaltungskräften und Erzieher:innen.
  • Schwierige Arbeitsbedingungen werden überdurchschnittlich häufig (19 Prozent) von anderen nichtunterrichtenden Pädagog:innen1 als Grund für eine Teilzeitbeschäftigung angegeben. Auch Verwaltungskräfte liegen hier mit 15 Prozent über dem Durchschnitt von 12 Prozent.
  • 25 Prozent aller nicht unterrichtenden Kolleg:innen gaben an, dass ihnen nur ein Teilzeitvertrag angeboten wurde. Besonders häufig war das bei Verwaltungskräften (30 Prozent) und Erzieher:innen (26 Prozent) der Fall.
  • Auffällig oft geben Erzieher:innen gesundheitliche Gründe für die Teilzeitbeschäftigung an. Mit 20 Prozent liegen sie weit über dem Durchschnitt von 11 Prozent. Gefolgt von den anderen nicht unterrichtenden Pädagog:innen1 mit 13 Prozent.
  • Verbesserte Arbeitsbedingungen wären überdurchschnittlich häufig für Erzieher:innen (63 Prozent) eine Voraussetzung um Stunden aufzustocken.
  • Die verlässliche Einhaltung der vereinbarten Arbeitszeit ist besonders für andere nicht unterrichtende Pädagog:innen (39 Prozent) und Schulsozialarbeiter:innen (36 Prozent) Voraussetzung für eine Aufstockung.
  • Eine zuverlässige Kinderbetreuung wurde besonders häufig von anderen nicht unterrichtenden Pädagog:innen1 (39 Prozent) und Schulsozialarbeiter:innen (36 Prozent) als Voraussetzung für eine Stundenaufstockung genannt.
  • Die Berücksichtigung eigener Bedürfnisse bei der Einsatzplanung wurden von Erzieher:innen (49 Prozent) und anderen nicht unterrichtende Pädagog:innen1(44 Prozent) überdurchschnittlich oft als Voraussetzung für eine Stundenaufstockung genannt.

Geschlechtsspezifische Zusammenhänge

Da die Anzahl der Personen, die divers als Geschlecht angegeben haben, sehr gering ist, sind die Antworten nicht unbedingt repräsentativ und werden im Text nicht explizit genannt. Genaue Zahlen können aber den Grafiken im Gesamtbericht (pdf, 3 MB) entnommen werden.

  • Schaut man auf geschlechtsspezifische Gründe für eine bestehende Teilzeitbeschäftigung, so geben 29 Prozent der Frauen, aber nur 12 Prozent der Männer Kinderbetreuung als Grund an.
  • 22 Prozent der Frauen nannten den Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit als Grund. Bei den Männern waren es 11 Prozent.
  • Für 13 Prozent der Frauen sind schwierige Arbeitsbedingungen ein Grund für eine Teilzeitbeschäftigung. Das gaben nur 5 Prozent der Männer an.
  • Bemerkenswert ist außerdem, dass 22 Prozent der Frauen angaben, nur einen Teilzeitvertrag angeboten bekommen zu haben. Bei den Männern liegt diese Zahl mit 15 Prozent deutlich niedriger.
  • Auch gesundheitliche Gründe gaben Frauen mit 11 Prozent häufiger an als Männer mit 7 Prozent.

Zusammenhang mit dem Lebensalter

  • Erwartungsgemäß stellt Kinderbetreuung in den Gruppen bis 55 Jahre, mit 48 Prozent am stärksten in der Gruppe von 36 bis 45 Jahren, einen wesentlichen Grund für eine Teilzeitbeschäftigung dar. Pflege bzw. die Betreuung von Angehörigen ist eher für über 45jährige ein Grund.
  • Überlastung wird als Grund für Teilzeit mit 23 Prozent überdurchschnittlich häufig von der Gruppe der 46 bis 55jährigen angegeben. Auch der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit ist in dieser Gruppe mit 23 Prozent am höchsten.
  • Schwierige Arbeitsbedingungen werden mit zunehmendem Alter häufiger als Grund für eine Teilzeitbeschäftigung angegeben. Am häufigsten von der Gruppe der 56 bis 60jährigen. Mit 23 Prozent liegen sie deutlich über dem Durchschnitt von 11 Prozent.
  • Auch gesundheitliche Gründe werden in der Altersgruppe der 56 bis 60jährigen mit 19 Prozent überdurchschnittlich oft angegeben. Die übrigen Altersgruppen liegen viel näher am Durchschnitt von 10 Prozent.
  • Die Altersgruppen bis 45 Jahre und die ab 61 Jahre geben überdurchschnittlich häufig an, dass ihnen nur ein Teilzeitvertrag angeboten wurde. Dass dies auch bei den jüngeren Kolleg:innen häufiger der Fall ist, überrascht angesichts des Fachkräftemangels.

Vollzeitbeschäftigte

Wir haben die Vollzeitbeschäftigten nicht unterrichtenden Kolleg:innen gefragt, was Gründe für sie wären, zukünftig einen Teilzeitantrag zu stellen.

  • 26 Prozent der Vollzeitbeschäftigten gaben an, dass Überlastung ein Grund wäre, zukünftig in Teilzeit zu gehen. Beschäftigte an Oberschulen sagen das mit 31 Prozent besonders häufig.
  • Der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit wäre für 31 Prozent der Kolleg:innen an Oberschulen ein Grund für einen Teilzeitantrag. An berufsbildenden Schulen sagen das 30 Prozent.
  • 27 Prozent der nicht unterrichtenden Kolleg:innen an Oberschulen und 26 Prozent an berufsbildenden Schulen gaben an, dass gesundheitliche Gründe sie zu einem Teilzeitantrag bewegen könnten. Das sind auffallend mehr als der Durchschnitt von 20 Prozent.
  • Überdurchschnittlich viele Schulsozialarbeiter:innen (34 Prozent) geben Überlastung als Grund für eine potenzielle Teilzeitbeschäftigung an. Auch der Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit (37 Prozent) und gesundheitliche Gründe (26 Prozent) werden in dieser Gruppe besonders häufig genannt.
  • Auch andere nicht pädagogische Beschäftigte2 nannten gesundheitliche Gründe häufiger (25 Prozent).
  • Schwierige Arbeitsbedingungen gaben überdurchschnittlich oft andere nicht pädagogische Beschäftigte2 (21 Prozent), Erzieher:innen (19 Prozent) sowie Schulsozialarbeiter:innen (19 Prozent) als Grund für einen zukünftigen Teilzeitantrag an.
  • Betrachtet man den Zusammenhang möglicher Gründe für einen Teilzeitantrag mit dem Alter der Befragten, so nennen auffallend viele Jüngere in der Gruppe bis 35 Jahre Überlastung (35 Prozent), den Wunsch nach mehr arbeitsfreier Zeit (29 Prozent) und schwierige Arbeitsbedingungen (22 Prozent).