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Individuelle Arbeitszeiterfassung an Schule und ReBUZ

Wir empfehlen allen Beschäftigen ab dem kommenden Schuljahr ihre Arbeitszeit individuell zu erfassen. Eigentlich wäre das nach geltender Rechtsprechung die Pflicht des Arbeitgebers. Tipps dazu, wie ihr das machen könnt, findet ihr weiter unten. Der Senat hat bisher aber nur eine Pilotierung ab 2026 mit wenigen Schulen beschlossen. Einen Termin für die flächendeckende Erfassung gibt es bisher nicht, es sieht eher so aus, als wolle Bremen das Ganze soweit wie möglich verzögern.
Wir möchten mit diesem Aufruf nicht die Erwartung wecken, dass die erhobenen Daten für den Ausgleich von Überstunden verwendet werden können. Das ist vermutlich schwierig – einen Versuch wäre es allerdings bei lückenloser Aufzeichnung wert.

Warum eine individuelle Arbeitszeiterfassung jetzt sinnvoll ist

Für alle gilt:

  • Wenn ihr Aufzeichnungen eurer Arbeitszeit habt, können diese als Argumentationshilfe dienen um bestehende Überlastungen abzubauen. Auch wenn euch weitere Aufgaben übertragen werden sollen, könnt ihr gegebenenfalls belegen, dass eure Arbeitszeit bereits erfüllt ist.
  • Bei Überlastung können wir euch als Interessenvertretung besser unterstützen, wenn Aufzeichnungen über die Arbeitszeit vorliegen.
  • Wenn ihr jetzt schon die Arbeitszeit erfasst, könnt ihr Erfahrungen damit sammeln, denn eine Erfassung kommt sowieso innerhalb der nächsten Jahre.
  • Die Arbeitszeiterfassung ist besonders für Teilzeitbeschäftigte wichtig, die oft überproportional von Mehrarbeit betroffen sind. Wenn ihr z. B. zur Teilnahme an einem Termin aufgefordert werdet, die wöchentliche Arbeitszeit aber schon erfüllt habt, kann das „Wedeln“ mit dem Stundenzettel durchaus helfen.

Für Lehrkräfte gilt:

  • Alle einschlägigen Studien der letzten Jahre haben ergeben, dass ein großer Prozentsatz der Lehrkräfte dauerhaft zu viel arbeitet. Einige sogar über das erlaubte Höchstmaß von 48 Stunden in der Woche hinaus. Das heißt, viele von euch machen Überstunden.

    Die Aufzeichnung ist daher ein gutes Mittel, euch den Umfang euer Arbeitszeit bewusst zu machen und da wo es geht auch selbst gegenzusteuern.

  • So könnt ihr auch ein Gefühl für die Einhaltung der Jahresarbeitszeit bekommen. Das ist nämlich durch die Besonderheit unserer Arbeitszeit mit den Ferien gar nicht so einfach. Die Arbeitswochen können über das Jahr verteilt sehr unterschiedlich ausfallen.

Tipps für die Arbeitszeiterfassung

  1. Notwendig sind nur Anfang, Ende und Pausen.
    Ihr könnt auch für euch selbst grob kategorisieren. Das kann dabei helfen, Quellen für Mehrarbeit zu identifizieren.
  2. Die Erfassung sollte zeitnah, am besten spätestens am Ende des Tages erfolgen.
  3. Ab 6 Zeitstunden muss eine Pause von 30 Minuten abgezogen werden, ab 9 Stunden 45 Minuten, da Pausen nicht zur bezahlten Arbeitszeit gehören. Die Pausen können aber auch in 15-Minuten-Abschnitte aufgeteilt werden. Zu beachten ist, dass Unterrichtspausen oft nicht wirklich den Charakter von Pausen haben und dann auch als Arbeitszeit zählen.
  4. Die Zeit in der Schule ist, abzüglich möglicher Pausen, vollständig als Arbeitszeit zu erfassen. Einzige Ausnahme ist, wenn ihr wirklich etwas vollständig Privates macht, z. B. eine Freistunde nutzt um euren Urlaub zu planen.
  5. Die Erfassung sollte sich lückenlos über ein ganzes Jahr erstrecken – erst dann kann man abschließende Aussagen über die Einhaltung der Arbeitszeit treffen.
  6. Tragt Krankheitstage ein, auch während der Ferien oder im Urlaub. Das erscheint zwar erst einmal unnötig, weil ihr ja nicht fehlt, aber für die Berechnung der Gesamtarbeitszeit ist es wichtig.
  7. Ihr könnt eine App nutzen. Achtet aus Datenschutzgründen darauf, eine App zu verwenden, bei der der Server in Deutschland oder in der EU steht.
  8. Wir stellen euch eine einfache Excel-Tabelle zur Verfügung, die ihr alternativ nutzen könnt.
    Stundenzettel für eine 40-Stunden Woche (xlsx, 15.7 KB)
    Stundenzettel für eine 39,2-Stunden Woche (xlsx, 15.7 KB)